Ein Fotograf malt mit Licht und damit das Licht gezielt geführt, gestreut, gebündelt und reflektiert werden kann gibt es für die Arbeit im Blitz- und Dauerlicht-Studio so genannte Lichtformer, quasi Pinsel und Farbe des Fotografen. Lichtformer sollen das Licht konzentrieren, weicher machen und fokussieren.


Schirme
Die Schirme sehen wie ganz normale Regenschirme aus, haben jedoch anstatt des Griffes einen Metallstab, der in ein dafür vorgesehenes Loch am Blitzkopf gesteckt wird. Sie gehören zu den einfachen Lichtformern, sind günstig, einfach auf- und abzubauen, nehmen zusammengeklappt wenig Platz weg und lassen sich leicht transportieren.

Bild 1 - Schirme:
1. Durchlichtschirm - 2. Reflexschirm weiss
3. Reflexschirm gold - 4. Reflexschirm silber

Durchlichtschirm
Ein Durchlichtschirm besteht aus einem weissen, transparenten Stoff durch den das Licht hindurchgelassen wird. Dieser wird direkt wie ein Parabol-Spiegel direkt vor der Lichtquelle montiert. Das Licht wird dadurch gleichmäßig gestreut und erzeugt ein Lichtquelle ähnlich einer Softbox (siehe unten), welche dicht am Model eingesetz werden kann.

Reflexschirm
Anders als bei einem Durchlichtschirm besteht der Reflexschirm aus einem lichtundurchlässigen und innen farbig beschichteten, reflektierendem Material. Dank der Beschichtung wird das auf die Innenseite abgestrahlte Licht in die Gegenrichtung umgelenkt und erzeugt Licht mit einem großem Leuchtwinkel. Die Farbe der inneren Beschichtung bestimmt das Licht: weiss – weiches, gold – warmes und silber – kühles Licht.


Reflektoren
Bei den Reflektoren handelt es sich in der Regel um eine kleine Metallschüsseln, durch die direkt am Blitzkopf das Licht gebündelt wird. Sie sind in unterschiedlichen Durchmessern und Baulängen erhältlich; die Innenfarbe variiert zwischen weiss und silber und die Oberflächenstruktur zwischen glatt, rauh und hammerschlag.

Bild 2 - Reflektoren:
1. Standardreflektor - 2. Weitwinkelreflektor
3. Beauty Dish - 4. Hintergrundreflektor

Normalreflektoren
Der Standardreflektor (Bild 2 – 1) wird in der Regel zum Blitzkopf mitgeliefert und liefert ein hartes Licht mit hohen Kontrasten und einem ausgeprägtem Schatten. Für die Verwendung mit Schirmen bietet er einen optimalen Lichtkegel. Der Abstrahlwinkel bei Normalreflektoren liegt, je nach Durchmesser und Baulänge, ungefähr zwischen 30° und 120°. Bei identischem Durchmesser ändert sich der Lichtkegel mit der Baulänge: Je länger der Reflektor ist, desto gerichteter und schmaler ist der Lichtkegel. Normalreflektoren können mit Waben (Honeycomb) versehen werden, welche das Licht stärker richten und bündeln, dabei wird gleichzeitig der Leuchtkegel reduziert. Waben gibt es auch für Softboxen.

Bild 3 - spezielle Reflektoren:
1. Spotvorsatz (Snoot)
2. Abschirmklappen (Barndoor)
3. Projektions-Spotvorsatz

Spezielle Reflektoren
Zu den speziellen Reflektoren zählen unter anderem die Beauty Dish (Radarreflektor), der Hintergrundreflektor (Verlaufsreflektor), der Engstrahlreflektor (Spotvorsatz, Snoot, Lichttubus), Abschirmklappen (Barndoor) und der Projektions-Spotvorsatz (Zoom Spot)

  • Beauty Dish | Radar Reflektor
    Die Beauty Dish ist ein “alter” Reflektor. Es handelt sich um einen sehr breiten und flachen Reflektor. In der Mitte ist ein Abdeckspiegel, der die Blitzröhre bedeckt und das abgestrahlte Licht in den Reflektor lenkt. Durch diese Bauweise wird kein direktes Licht ausgestrahlt.
  • Hintergrundreflektor | Verlaufsreflektor
    Ein Reflektor mit einer grossen Baulänge und kleinem Durchmesser, welcher schräg angeschnitten ist (Bild 2 – 4). Bedingt durch diese Bauform lässt sich der Hintergrund ausleuchten ohne das Motiv anzustrahlen. Einige Hintergrundreflektoren bieten Klammern zum befestigen von farbigen Folien und Diffusor.
  • Engstrahlreflektor | Spotvorsatz | Snoot | Lichttubus
    Mit einem Engstrahlreflektor (Bild 3-1) wird der Lichtkegel derart verengt, dass eine punktuelle Beleuchtung erreicht wird. Montiert wird dieser Vorsatz entweder direkt am Blitzkopf, der Leuchte oder an einem Reflektor.
  • Abschirmklappen | Barndoor | Flügeltore
    Ausgestattet mit zwei oder vier Abschirmklappen, die meist an einem Reflektor befestigt werden, lässt sich das Licht gezielt ausrichten. Die beweglichen Klappen ermöglichen eine flexible, auch asymmetrische Lichtführung.
  • Projektions-Spotvorsatz | Zoom Spot
    Der Aufbau eines Projektions-Spotvorsatz ähnelt dem eines Diaprojektors. In der Maskenhalterung können Metallmasken, so genannten Gobos (“graphical optical blackout” zu deutsch: grafische optische Sperre), Farbfolien und auch Diapositive eingesetzt werden. Durch die, in der Regel zoombare, Linse werden Formen, Farben oder Bilder auf das Motiv oder den Hintergrund projiziert.


Softboxen
Eine Softbox, auch Lichtwanne genannt, besteht im hinteren Teil aus einem lichtundurchlässigen und innen silberfarben beschichtetem Torso. Auf der Vorderseite wird der Torso mit einer lichtdurchlässigem Material bespannt, dem Außendiffusor. Bei einigen Softboxen kommt noch ein Innendiffusor direkt vor die Lichtquelle um das Licht noch weicher zu machen.

Bild 4 - Softboxen:
1. quadratisch (1:1) - 2. rechteckig (2:3)
3. rechteckig (1:4) Striplight - 4. achteckig Octabox

Softboxen gibt es als Quadrat (Seitenverhältnis 1:1), Rechteck (kleiner 1:1) und Achteck (Oktagon). Wenn das Seitenverhältnis der Softbox 1:3 oder kleiner ist spricht man von einem Striplight (Bild 4 – 3). Eine achteckige Softbox wird auch Octabox genannt.

Das Licht einer Softbox sorgt für eine gleichmäßige Ausleuchtung bei einer geringen Schattenbildung bzw. die Bildung harter Schatten wird vermindert. Durch den Einsatz mehrerer SoBo’s kann man eine nahezu schattenlose Ausleuchtung erreichen. Dabei gilt: Je größer die Softbox, desto weicher das ausgestrahlte Licht.


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