Ich habe mich nach einem Blitzbelichtungsmesser für mein Studio umgeschaut und bin nach ein paar Recherchen im Internet auf drei Geräte gestoßen, die in die engere Wahl gekommen sind:

GOSSEN Digipro F

Die drei Hersteller Gossen, Kenko und Sekonic scheinen die “Platzhirsche” im Bereich Belichtungsmesser zu sein. Die von mir ausgewählten Geräte liegen preislich alle bei knappen 300€. Da ich auf dem Standpunkt stehe das Maximum an Leistung für ein Minimum an Investition zu erhalten, sollte auf jeden Fall verglichen werden.

Die Leistungsdaten der drei Geräte sind grob gesehen nahezu identisch aber die kleinen Unterschiede machen in der Regel die Kaufentscheidung leichter.

Lieferumfang
Alle Geräte werden mit einer Tasche, einer Trageleine, einer Batterie und der Bedienungsanleitung geliefert. Dem Sekonic L-358 Flash Master liegt zusätzlich noch eine Lumigrid (Lichtwinkelplatte) bei. Für Objektmessungen wird beim GOSSEN Digipro F die Diffusorkalotten abgenommen, bei Sekonic muss hier gegen das mitgelieferte Lumigrid getauscht werden und bei und Kenko Auto Digital Meter KFM-1100 wird optionales Zubehör wie den Reflexlicht Adapter oder den Spotmesser benötigt. Zusätzliche Bastelarbeit, aber dafür ist die Kalotte des Sekonic versenkbar um bei mehreren Lichtquellen gezielter Messen zu können.

Kenko Auto Digital Meter KFM-1100

Stromversorgung
Hier macht Seikonic abermals eine Ausnahme von der Regel. Der Gossen und Kenko Belichtungsmesser werden mit einer handelsüblichen 1,5V Mignon Batterie (Typ AA) betrieben. Bei Seikonic setzt man auf eine 3V Lithium Batterie (Typ CR123A). Vergleicht man die Preise der Batterien miteinander, muss selbst die günstige 3V Lithium Batterie (Varta CR123A, 1,59€) die Lebensdauer von mindestens 3 teuren Mignon Batterien (Duracell AA 24er Pack, 11,99€) überstehen damit man auf die gleichen Kosten kommt. Ich behaupte einfach mal, dass die Lithium Batterie eher schlapp macht, zumal bei Seikonic das Display automatisch beleuchtet wird sobald weniger als 6 EV vorliegen. Werden die Geräte nicht genutzt wird nach wenigen Minuten das Gerät automatisch abgeschaltet, Seikonic übertreibt es hier ein wenig mit einer Abschaltung erst nach 20 Minuten.

Der Messkopf
Bei Seikonic und Kenko lässt sich der Messkopf um 270° drehen, bei Gossen wird um 180° geschwenkt. Die wichtigsten Stellungen, der Messkopf zeigt in Display Richtung und Messkopf zeigt vom Display weg, beherrschen also alle Geräte. Ob der Messkopf nun seitlich wegzeigt oder nach oben ist wohl eher Geschmacks- bzw. Gewöhnungssache als ein wirkliches Kaufkriterium. Ob die 90° zusätzlichen Spielraum den Kohl fett machen vermag ich nicht zu beurteilen. An dieser Stelle sei nochmal erwähnt, dass die Kalotte bei Seikonic versenkbar ist, somit lassen sich einzelne Lichtquellen gezielter ausmessen ohne mit der Hand abschatten zu müssen, aber auch das ist wohl reine Übungssache.

Sekonic L-358 Flash Master

Abmessungen und Gewicht
Der Gossen Digipro F ist ein wahres Leichtgewicht und Zwerg gemessen an seinen Verwandten aus dem Hause Kenko und Seikonic. Gerade einmal 95g bringt er ohne Batterie auf die Waage (Seikonic und Kenko liegen bei 135g). Mit 19mm ist der Gossen auch der schmalste (Kenko 26mm, Seikonic 37mm) und mit 118mm Höhe der kleinste Belichtungsmesser (Kenko 157mm, Seikonic 155mm). Damit sollte der Gossen in jeder Tasche platz finden.

Zubehör und weitere Features
Hier kann Seikonic glänzen, denn neben diversen Spot-Suchern für 1°, 5° und 10° Spot-Messung wird auch ein Funkauslösungs-Modul angeboten. Das Modul ist mit den PocketWizard Funkempfängern kompatibel. Da ich aber auf den Funkauslöser RF-602 von Yongnou setze, war das für mich kein Kaufkriterium.

Was dem Gossen vielleicht fehlt sind Benutzerdefinierte Einstellungsmöglichkeiten für 1, 1/2 oder 1/3 Schritte, denn hier sind 1/2 Schritte fest eingestellt.

Zum Schluß …
sei noch gesagt, dass es sich bei dem Kenko Auto Digital Meter KFM-1100 technisch um den exakten Nachbau des so hochgelobten und geliebten Minolta Auto Meter V handelt. Für die Lokalpatrioten unter uns ist vielleicht die Information, dass Gossen eine deutsche Firma mit Sitz in Nürnberg ein zusätzliches Kaufkriterium.

Technische Daten und Unterschiede
Zum Vergleichen der technischen Daten der jeweiligen Geräte untereinander gestaltet sich die Sache schon etwas schwieriger, denn zum einen sind 2 von 3 Anleitungen in englisch und zum anderen verwendet jeder eine andere Bezeichung für die technischen Details. Ich versuche trotzdem mein Bestes:

  • ISO-Empfindlichkeit: 3-8000 (Gossen 3,2-8000)
  • Messgenauigkeit: ±0,1EV
  • Messumfang DL (ISO 100/21°): Kenko -2/+19,9 | Seikonic -2/+22,9 | Gossen -2,5/+18
  • Messumfang BL (ISO 100/21°): Kenko ƒ/1 – ƒ/128.9 | Seikonic ƒ/1 – ƒ/90.9 | Gossen ƒ/1 – ƒ/90
  • Verschlusszeiten DL: Kenko uns Seikonic 30min-1/8000s | Gossen 60min-1/8000s
  • Verschlusszeiten BL: Kenko und Gossen 1s-1/1000s | Seikonic 30min-1/1000s
  • Messwinkel Objektmessung: Kenko nur mit opt. Zubehör möglich | Seikonic 54° (mitgeliefertes Lumigrid) | Gossen 25° (bei abgenommener Kalotte)
  • Einstellbare Korrekturwerte: Kenko -10/+10 | Seikonic -9,9/+9,9 | Gossen -7,9/+7,9

Die Werte haben weder Anspruch auf Vollständigkeit noch Korrektheit. Zur Überprüfung sei dem Leser ein Blick in die Technischen Daten des jeweiligen Gerätes ans Herz gelegt:
Gossen Digipro F | Kenko Auto Digital Meter KFM-1100 | Seikonic L-358 Flash Master.
Solltet Ihr hier einen Fehler finden oder Daten ergänzen wollen schreibt einfach einen Kommentar.

Fazit
Jetzt fragt sich bestimmt ein Teil der Leser welchen der drei vorgestellten Blitzbelichtungsmesser ich mir nun selbst gekauft habe.
Ich habe den Calumet DFM 3 Belichtungsmesser gekauft, denn:

  1. es handelt sich um einen Gossen Digipro F (Gossen baut u.a. für Walimex und Calumet, die Geräte haben dann halt nur andere Aufdrucke)
  2. der Preis von 219,- € war letztendlich unschlagbar :)

Links zu den Herstellern:

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